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Bella Calabria 2019

Dieses Jahr wollten wir einen für uns neuen Teil Italiens kennenlernen, die südlichste Region des Festlands von Italien, Kalabrien, genauer die westliche Küste der Provinz Vibo Valentia.

Unsere Reise führte uns dann per Flug nach Lamezia Terme und weiter mit einem Mietwagen an Pizzo und Tropea vorbei Richtung Capo Vaticano. 2,5km vor Capo Vaticano befindet sich dann der Ortsteil Torre Ruffa, gehörend zum Ort Ricadi.

Capo Vaticano, wie der Name schon sagt, ist die Spitze der ins Meer hineinragenden Landschaft, die früher per Leuchtturm den Seefahrern die Navigation zwischen Sizilien und dem Festland ermöglichte. Von dem höher gelegenen Leuchtturm gibt es eine phänomenale Aussicht auf Capo Vaticano und den Strand Spiagga Grotticelle (siehe Foto). Ein Muss in dieser Gegend.

Unsere Unterkunft, C’era una volta, ist ein Restaurant mit mehreren Wohnungen und Appartements sowie einem kleinen Pool (siehe Foto). Die sehr freundlichen Gastgeber sowie das leckere Essen sind sehr empfehlenswert können wir sehr gut weiterempfehlen.

Von dort sind es keine 10 Minuten zu Fuß zum Meer, dort warten glasklares Wasser und eigene Schirme (siehe Foto). Die meisten Italiener nehmen trotzdem das Auto für diese kurze Strecke, sind damit aber nicht wirklich schneller.

Um noch mehr von der Gegend kennen zu lernen, haben wir zahlreiche Ausflüge unternommen, von einem sehr kleinen Dorf bis hin zur größten Stadt Kalabriens:

  • Carìa, 651 Einwohner, sehenswert das Castello Galluppi
  • Spilinga, 1.460 Einwohner, bekannt durch die Produktion der Nduja, eine scharfe, weiche Wurst, die in der Gegend in fast allen Antipasti sowie einigen anderen Speisen zu finden ist
  • Drapia, 2.000 Einwohner, bekannt für leckeren Rotwein
  • Tropea, 6.000 Einwohner, eine auf einem Felsen am Meer gelegene Stadt mit einem beeindruckenden Blick von und auf die Wallfahrtskirche Santa Maria dell’isola (siehe Foto). Da dort allerdings einige Reiseunternehmen Touristen abliefern, ist das Angebot darauf abgestimmt und mir hat es deshalb dort auch nicht so gefallen, wie in den anderen ursprünglicheren Orten.
  • Pizzo, 9.300 Einwohner, eine schöne alte Stadt, Ursprung für das Tartufo Eis
  • Reggio Calabria, mit 181.000 Einwohnern die größte Stadt der Region

Reggio Calabria (und auch Tropea) lassen sich sehr gut und entspannt von Ricadi mit der Bahn erreichen. Für die meisten anderen Orte insbesondere im Hinterland benötigten wir ein Auto, eine Infrastruktur mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist dort nicht wirklich vorhanden.

Reggio Calabria ist auf jeden Fall eine Reise wert. Wir begannen mit einer Besichtigung des Castello Aragonese, von wo es eine gute Aussicht über die Stadt und auf die gegenüberliegende Insel Sizilien gibt (siehe Foto).

Von dort bietet sich der Weg über die breite und schöne Fußgängerzone an bis zum Nationalmuseum (Museo Nationale della Magna Grecia) mit den berühmten Bronzestatuen von Riace. Schön ist ebenfalls die lange Strandpromenade (Lungomare Falcomatà), auch bezeichnet als der schönste Kilometer Italiens (siehe Foto).

Ab Tropea, oder den Gastgeber fragen, gibt es verschiedene Bootstouren zu den Äolischen Inseln. Wir haben eine Tour mit 3 Inseln besucht, das nächste Mal würden wir uns sicher nur eine Insel länger anschauen, vermutlich Stromboli, da die Aufenthalte auf den einzelnen Inseln meist nur kurz sind.

Unbedingt muss man von der Küste den herrlichen Blick auf den Sonnenuntergang im Meer genießen. An klaren Tagen wird auch der Vulkan Stromboli sehr deutlich sichtbar, der noch aktiv ist und in regelmäßigen Abständen raucht und Lava ausstößt (siehe Foto).

Natürlich durfte bei unserer Reise das Essen nicht zu kurz kommen. Denn Kalabrien bietet viel frischen Fisch und einige typische, lokale Spezialitäten:

  • Nduja, die scharfe, weiche Wurst aus Spilinga
  • Filej, eine selbstgemachte Nudelsorte
  • die rote Zwiebel aus Tropea (siehe Foto)
  • das Tartufo aus Pizzo
  • Pecorino vom Berg Monteporo
  • Vecchio Amaro del Capo, ein Digestiv aus der Provinz

Einige Tipps für Sehenswürdigkeiten, Restaurants und natürlich C’era una volta findet ihr auf meiner Liste auf Foursquare.

Reisen / Viaggi

Tallinn (Estland) im Sommer

Tallinn, die Hauptstadt von Estland, des nördlichsten baltischen Staates, ist ein interessantes Reiseziel im Frühjahr und Sommer. Nicht aufgrund der angrenzenden Ostsee – die ist auch dann noch super kalt – sondern aufgrund der langen Tage.

Am längsten Tag des Jahres wird es dort fast nicht dunkel, der Sonnenaufgang ist um 4.00 Uhr und der Sonnenuntergang gegen 22.40 Uhr. Dadurch gibt es im Juni durchschnittlich 10 Sonnenstunden am Tag, das über 4.000 km entfernte Málaga schafft auch nur 11, zugegebenermaßen mit einer deutlich höheren Temperatur. Die langen Sonnenstunden sind auch der Grund, weshalb es in Estland eine gute Ernte an Erdbeeren gibt (siehe Foto).

Diese Erdbeeren sowie weitere lokale Speisen findet man auf dem Balti Jaam Market direkt hinter dem Bahnhof. Mit einer Food Tour durch Tallinn haben wir hier und noch viel mehr über die lokale Küche und ihrer Einflüsse erfahren. Auf jeden Fall probieren sollte man Kama, ein Gemisch aus geröstetem Gersten-, Roggen-, Hafer-, Erbsen- und Bohnenmehl, was als Frühstück oder als Nachtisch (siehe Foto) gegessen wird. Eine weitere typische Spezialität ist Vana Tallinn, der Kräuterlikör Estlands.

Laut einigen Stimmen hat man Tallinn nicht wirklich besucht, wenn man nicht in der Valli Bar einen Millimallika getrunken hat, doch das ist eine eigene Geschichte.

Sehenswert ist auf jeden Fall die Altstadt Tallinns, die sich in die ehemals gehobene Oberstadt auf dem Domberg, Toompea, und die Unterstadt, Vanalinn, aufteilt. Es empfiehlt sich ein Besuch zu verschiedenen Tageszeiten, um die unterschiedlichen Lichteffekte zu sehen (siehe Foto). Der beste Ausblick bietet sich von der St. Olafs Kirche zu allen Seiten (siehe Galerie unten). Die 3 Euro Eintritt für den Aufstieg zum Turm sind gut angelegt.

Leider ist die Altstadt durch viele Tagestouristen überlaufen und dementsprechend sind einige Restaurants und Cafés besser zu meiden.

Dafür gibt es viele andere Viertel, die einen Besuch lohnen, wie das Rotermani Viertel, das Kreativquartier Telliskivi und das Fischerdorf Kalamaja, wo man auch die Einwohner Tallinns findet.

Schade, dass wir nicht noch länger da waren. Denn das Fest der Mitsommernacht, Jannipäev, wird in Estland groß gefeiert, aber nicht am Sommeranfang sondern am 22. und 23. Juni.

Eine gute Quelle für weitere Reisetipps in Tallinn sind die Tourismusinformation Tallinns und freie Führungen durch local guides. Meine Tipps zu Restaurants, Kneipen und Sehenswürdigkeiten sind auf meiner Foursquare-Liste.